Keilriemenscheiben

Keilriemenscheiben garantieren durch präzise Kraftübertragung und hohe Laufruhe einen effizienten, verschleißarmen Betrieb in verschiedensten Antriebssystemen.

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Eine Keilriemenscheibe ist ein zentrales Maschinenelement der Antriebstechnik, das zur Übertragung von Drehmomenten und Kräften zwischen Wellen dient. Im Gegensatz zu Flachriemenscheiben verfügen sie über eine oder mehrere V-förmige Rillen (Keilnuten), in denen der Keilriemen läuft.

1. Funktionsprinzip
Die Kraftübertragung erfolgt bei Keilriemenscheiben primär durch Reibschluss an den Seitenflanken der Rille.
  • Keilwirkung: Durch die V-Form presst sich der Riemen unter Zugbelastung in die Flanken der Scheibe. Dies erhöht die Normalkraft und damit die Reibung erheblich, wodurch deutlich höhere Drehmomente als bei Flachriemen übertragen werden können.
  • Bodenfreiheit: Wichtig ist, dass der Riemen den Grund der Rille nicht berührt, da sonst die Keilwirkung verloren ginge und der Riemen rutschen würde.

2. Aufbau und Materialien
Keilriemenscheiben bestehen aus einem Grundkörper mit einer oder mehreren Rillen.
  • Materialien: Gängige Werkstoffe sind Grauguss (häufig GG20 oder GG25), Stahl, Aluminium oder bei geringen Belastungen auch Kunststoff.
  • Oberflächenbehandlung: Um Korrosion zu verhindern und die Reibung zu optimieren, werden industrielle Scheiben oft phosphatiert.
  • Mehrrillige Scheiben: Für die Übertragung sehr hoher Leistungen können Scheiben mit bis zu 12 oder mehr parallelen Rillen gefertigt werden.

3. Montagearten auf der Welle
Je nach Anwendung gibt es unterschiedliche Methoden, die Scheibe auf der Antriebswelle zu befestigen:
  • Vorgebohrt / Ungebohrt: Die Scheibe hat nur eine kleine Zentrierbohrung und muss vom Anwender individuell auf das Wellenmaß aufgebohrt werden.
  • Fertigbohrung mit Passfeder: Die Scheibe besitzt bereits das exakte Wellenmaß (z.B. H7-Toleranz) und eine Nut für eine Passfeder zur formschlüssigen Kraftübertragung.
  • Taper-Spannbuchsen (Taper-Lock): Dies ist das modernste System. Die Scheibe hat einen konischen Sitz, in den eine geschlitzte Buchse eingesetzt wird. Dies ermöglicht eine einfache Montage und Demontage sowie einen sehr guten Rundlauf.


4. Gängige Normen und Profile
Die Profile sind international genormt (z.B. DIN 2211, ISO 4183), was den Austausch von Komponenten verschiedener Hersteller erleichtert.
  • Schmalkeilriemen: Profile wie SPZ, SPA, SPB und SPC (höhere Leistungsdichte).
  • Klassische Keilriemen: Profile wie 5, 6, 8, 10/Z, 13/A, 17/B usw.


5. Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Schutz vor Überlast (Riemen kann bei Blockade durchrutschen)
  • Geräuscharm und schwingungsdämpfend
  • Preisgünstig und wartungsarm
  • Ausgleich kleiner Fluchtungsfehler möglich


Nachteile

  • Nicht für synchrone Übertragung geeignet (Schlupf möglich)
  • Höhere radiale Belastung auf die Lager als bei Zahnriemen
  • Wirkungsgrad leicht geringer als bei Flach- oder Zahnriemen


Profi-Tipp: Achten Sie beim Messen einer Keilriemenscheibe immer auf die obere Breite der Rille, um das passende Riemenprofil zu bestimmen.