Kompaktreihe
Linearkugellager der Kompakt-Reihe zeichnen sich durch ihre extrem niedrige Bauhöhe aus, was sie zur idealen, platzsparenden Lösung für Anwendungen mit sehr begrenztem radialem Bauraum macht.
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Linearkugellager der Kompaktreihe (oft auch als KH-Lager bezeichnet) sind die platzsparenden Spezialisten unter den Linearführungen. Sie wurden entwickelt, um bei minimalem Bauraum eine präzise Längsbewegung auf gehärteten Präzisionswellen zu ermöglichen.
1. Aufbau und Konstruktion
Im Gegensatz zu Standard-Linearlagern haben Kompaktlager ein extrem geringes radiales Baumaß.
- Der Außenring: Besteht meist aus einem gehärteten Stahlmantel mit integrierten Laufbahnen oder ist – bei sehr einfachen Ausführungen – als durchgehärteter Blechmantel gefertigt.
- Der Kugelkäfig: Er hält die Kugeln in ihren Umlaufbahnen. Bei der Kompaktreihe ist dieser Käfig oft aus hochwertigem Kunststoff (z. B. Polyamid) gefertigt, was das Gewicht reduziert und die Laufeigenschaften verbessert.
- Die Kugeln: Hochpräzise Wälzkörper aus Wälzlagerstahl, die im Kreislauf geführt werden.
2. Die Besonderheit: Geringer Bauraum
Das Hauptmerkmal ist das schlanke Design. Der Außendurchmesser ist im Verhältnis zum Wellendurchmesser deutlich kleiner als bei der "Schweren Reihe" (ISO Serie 3). Dadurch lassen sich Maschinenkomponenten viel kompakter und leichter konstruieren.
3. Funktionsprinzip
Die Kugeln werden innerhalb des Käfigs in geschlossenen Kreisläufen geführt.
- In der Lastzone übertragen die Kugeln die Kraft zwischen der Welle und dem Außenring des Lagers.
- Nach dem Durchlaufen der Lastzone werden sie im Rücklauf entlastet wieder an den Anfang der Lastzone geführt.
- Dies ermöglicht einen theoretisch unbegrenzten Hubweg entlang der Welle.
4. Vorteile der Kompaktreihe
- Platzersparnis: Ideal für Anwendungen, bei denen mehrere Lager eng nebeneinander verbaut werden müssen.
- Einfache Montage: Diese Lager werden in der Regel einfach in die Aufnahmebohrung (H7-Toleranz empfohlen) eingepresst. Eine zusätzliche axiale Sicherung ist oft nicht nötig, da das Lager durch den Presssitz gehalten wird.
- Geringes Gewicht: Durch die schlanke Bauform und den Einsatz von Kunststoffkäfigen eignen sie sich perfekt für hochdynamische Anwendungen mit hohen Beschleunigungen.
- Kosteneffizienz: In der Regel sind sie günstiger als die massiveren Standard-Linearlage
5. Technische Einschränkungen
Wo Licht ist, ist auch Schatten:
- Tragzahl: Aufgrund der kleineren Kugeln und der dünneren Laufbahnen ist die Tragfähigkeit (statisch und dynamisch) geringer als bei der Standardreihe.
- Steifigkeit: Sie sind etwas elastischer unter Last als Massiv-Linearlager.
- Wellenanforderung: Da das Lager keine eigene Innenlaufbahn hat, ist es zwingend auf eine gehärtete (min. 60 HRC) und geschliffene Welle angewiesen.
6. Typische Einsatzgebiete
Man findet sie überall dort, wo "leicht und präzise" wichtiger ist als "extrem belastbar":
- 3D-Drucker und Desktop-CNC-Maschinen.
- Labor- und Medizintechnik (z. B. Analysegeräte).
- Verpackungsmaschinen für leichte Güter.
- Handhabungstechnik und Pick-and-Place-Systeme.
7. Abdichtung und Schmierung
Kompaktlager gibt es in zwei Varianten:
- Ohne Dichtscheiben: Geringster Reibwiderstand, Schmierung erfolgt über das Gehäuse.
- Mit beidseitigen Dichtscheiben (Suffix -PP oder -2LS): Schützen das Innere vor Staub und halten den Schmierstoff im Lager. Dies ist der Standard für die meisten Industrieanwendungen.
