Zahnriemen beschichtet
Beschichtete Zahnriemen überzeugen durch eine optimale Anpassung an spezifische Förderanforderungen, indem sie Reibwerte gezielt erhöhen oder senken und so den Warenfluss perfektionieren.
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Beschichtete Zahnriemen sind spezialisierte Antriebs- und Förderelemente, die durch eine zusätzliche Deckschicht (Beschichtung) auf dem Riemenrücken an spezifische industrielle Anforderungen angepasst werden. Während der Standard-Zahnriemen primär für die reine Kraftübertragung konzipiert ist, erweitert eine Beschichtung dessen Funktionalität um Eigenschaften wie erhöhte Haftung, Gleitfähigkeit oder chemische Beständigkeit.
1. Aufbau und Grundmaterialien
Ein beschichteter Zahnriemen besteht im Kern aus drei Hauptkomponenten:
- Grundmaterial: Meistens Polyurethan (PU), speziell thermoplastisches Polyurethan (TPU), da es sich gut verschweißen lässt. Seltener wird Neopren (Chloropren) verwendet, das zwar leiser läuft, aber nicht verschweißbar ist.
- Zugträger: Zur Aufnahme der Zugkräfte sind im Inneren meist Stahlzugträger eingebettet. Alternativ kommen Kevlar (Aramid) für höhere Flexibilität oder Glasfaser (vor allem bei Neopren) zum Einsatz.
- Beschichtung: Die auf dem Rücken aufgebrachte Schicht, die den direkten Kontakt zum Transportgut hat.
2. Gängige Beschichtungsarten und ihre Funktionen
Die Wahl der Beschichtung richtet sich nach dem Einsatzzweck:
- PU-Schaum (z.B. Sylomer): Weich und elastisch; ideal für den Transport empfindlicher Güter (z.B. Glas, Elektronik), da er Stöße dämpft.
- Linatex (Naturkautschuk): Bietet einen extrem hohen Reibwert (Grip); perfekt für den vertikalen Transport oder stark rutschige Oberflächen.
- Silikon: Zeichnet sich durch hohe Hitzebeständigkeit und Anti-Haft-Eigenschaften aus. Es wird oft in der Verpackungsindustrie eingesetzt.
- PVC: Verfügbar in verschiedenen Härten und Profilierungen (z.B. Noppen, Längsrillen); oft öl- und fettbeständig.
- Gewebe (z.B. PAZ/PAR): Polyamidgewebe auf der Zahnseite (PAZ) oder Rückenseite (PAR) reduziert den Reibwert und sorgt für ein leiseres Laufgeräusch.
3. Vorteile und Anwendungsbereiche
Durch die Veredelung bieten diese Riemen entscheidende Vorteile für moderne Anlagen:
- Schutz des Transportguts: Weiche Schichten verhindern Kratzer auf empfindlichen Oberflächen.
- Positioniergenauigkeit: Durch die Verzahnung erfolgt der Transport formschlüssig und synchron, was exaktes Takten ermöglicht.
- Spezialanforderungen: Beschichtungen können für den Lebensmittelbereich (FDA-konform) oder für Umgebungen mit scharfkantigen Produkten optimiert werden.
4. Technische Besonderheiten
- Umlenkdurchmesser: Eine zusätzliche Beschichtung macht den Riemen steifer. Daher müssen bei dicken Beschichtungen größere Zahnscheibendurchmesser eingeplant werden, um Risse oder Ablösungen zu vermeiden.
- Bearbeitung: Beschichtete Riemen können mechanisch weiterbearbeitet werden, zum Beispiel durch das Fräsen von Taschen oder das Aufschweißen von Nocken/Mitnehmern für eine exakte Mitnahme der Produkte.
