Wellendichtringe
Wellendichtringe sind unverzichtbare Hochleistungsdichtungen, die rotierende Wellen zuverlässig gegenüber Gehäusen abdichten, indem sie Schmierstoffe im Inneren halten und gleichzeitig Schmutz sowie Staub von außen abweisen.
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Ein Wellendichtring (WDR), im Volksmund oft nach dem Markennamen der Firma Freudenberg Sealing Technologies als „Simmerring“ bezeichnet, ist ein technisches Bauteil zur Abdichtung von rotierenden Wellen an Gehäusedurchtritten.
1. Aufgabe und Funktion
Die Hauptaufgabe eines Wellendichtrings besteht darin, den Raum zwischen einer bewegten Welle und einem feststehenden Gehäuse so zu verschließen, dass:
- Schmierstoffe (wie Öl oder Fett) im Inneren des Systems bleiben.
- Verunreinigungen (Staub, Schmutz, Wasser) nicht von außen in das Innere eindringen können.
Bei rotierender Welle bildet sich unter der Dichtlippe ein hauchdünner Schmierfilm, der direkten Verschleiß minimiert und die Dichtwirkung durch hydrodynamische Effekte unterstützt.
2. Aufbau eines Standard-Wellendichtrings
- Versteifungsring: Ein innerer Metallring, der dem Dichtring Stabilität verleiht und den festen Sitz im Gehäuse sicherstellt.
- Elastomer-Gehäuse: Die äußere Hülle aus Gummi (oder Metall), die statisch gegen die Gehäusebohrung abdichtet.
- Dichtlippe mit Zugfeder: Eine Gummilippe, die durch eine Wurmfeder (Zugfeder) radial gegen die Welle gepresst wird, um auch bei Stillstand oder Wellenschlag dicht zu halten.
3. Gängige Bauformen
Es gibt verschiedene Ausführungen für unterschiedliche Anforderungen:
- Bauform A (BA): Gummierter Außenmantel (Standard für guten Sitz und Abdichtung im Gehäuse).
- Bauform B (B): Metallischer Außenmantel (für festen Sitz bei Metallgehäusen).
- Bauform C (BC): Metallischer Außenmantel mit zusätzlichem Versteifungskappe (für raue Betriebsbedingungen).
- Zusatz „S“ (z. B. AS): Verfügt über eine zusätzliche Staublippe, die groben Schmutz von der Hauptdichtlippe fernhält.
4. Werkstoffe und Einsatzgebiete
Die Materialwahl hängt von Temperatur, Medium und Drehzahl ab:
- NBR (Nitrilkautschuk): Der Standardwerkstoff für Standardöle; temperaturbeständig von ca. -40 °C bis +100 °C.
- FKM/Viton (Fluorkautschuk): Für hohe Temperaturen (bis +200 °C) und aggressive Chemikalien.
- PTFE (Teflon): Extrem chemikalienbeständig und geeignet für hohe Umfangsgeschwindigkeiten ohne zusätzliche Schmierung (Trockenlauf).
5. Wichtige Montagehinweise
- Schutz der Dichtlippe: Die Lippe ist extrem empfindlich. Scharfe Kanten an der Welle müssen mit Montagehülsen überbrückt werden.
- Schmierung: Vor dem Einbau sollte die Dichtlippe leicht mit dem entsprechenden Schmiermittel benetzt werden (außer bei PTFE-Ringen, die oft trocken montiert werden müssen).
- Maße prüfen: Ein Wellendichtring wird immer mit drei Maßen angegeben: Innendurchmesser x Außendurchmesser x Breite (z. B. 20 x 35 x 7 mm).
