Schrägkugellager
Schrägkugellager zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, simultan hohe radiale und axiale Lasten aufzunehmen, was sie ideal für kombinierte Belastungen macht. Dank ihrer speziellen Konstruktion mit Druckwinkeln ermöglichen sie zudem sehr hohe Drehzahlen sowie eine hohe Präzision und Steifigkeit in anspruchsvollen Anwendungen wie Werkzeugmaschinenspindeln.
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- SKF Schrägkugellager 10mm bis 80mm einreihig doppelreihig 2Z 2RS DIN 62817,20 EUR ** inkl. ges. MwSt. zzgl. Versandkosten
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Schrägkugellager sind spezialisierte Wälzlager, die im Gegensatz zu herkömmlichen Rillenkugellagern darauf ausgelegt sind, kombinierte Belastungen – also gleichzeitig wirkende Radial- und Axialkräfte – effizient aufzunehmen.
1. Aufbau und Funktionsweise
Der entscheidende Unterschied liegt in der Geometrie der Laufbahnen. Die Kontaktpunkte der Kugeln mit den Innen- und Außenringen liegen auf einer schräg zur Lagerachse verlaufenden Linie, dem sogenannten Druckwinkel (oft 40°).
- Versetzte Laufbahnen: Die Schultern der Ringe sind auf einer Seite verstärkt und auf der anderen Seite niedriger, was die Aufnahme hoher Axialkräfte in eine Richtung ermöglicht.
- Druckwinkel: Je größer der Druckwinkel ist, desto höher ist die axiale Belastbarkeit des Lagers.
2. Bauformen
Man unterscheidet primär zwischen einreihigen und zweireihigen Ausführungen:
- Einreihige Schrägkugellager: Können Axialkräfte nur in einer Richtung aufnehmen. Sie werden daher fast immer paarweise oder in Sätzen verbaut, um Gegenkräfte abzufangen.
- Zweireihige Schrägkugellager: Entsprechen funktionell zwei einreihigen Lagern in O-Anordnung (siehe unten). Sie können Axialkräfte in beiden Richtungen und hohe Radialkräfte aufnehmen.
- Spindellager: Hochpräzise Varianten für extrem hohe Drehzahlen, wie sie in Werkzeugmaschinen-Spindeln benötigt werden.
3. Anordnungsmöglichkeiten (Paarweise Montage)
Da ein einzelnes einreihiges Lager bei einer Radiallast eine interne Axialkraft erzeugt, werden sie meist in einer der folgenden Konfigurationen montiert:
- O-Anordnung: Die Drucklinien laufen nach außen auseinander. Dies bietet eine hohe Stützhöhe und macht die Lagerung besonders kippsteif.
- X-Anordnung: Die Drucklinien laufen zur Wellenachse hin zusammen. Diese Anordnung ist weniger empfindlich gegenüber Fluchtungsfehlern.
- Tandem-Anordnung: Die Lager sind parallel geschaltet, um besonders hohe Axiallasten in nur einer Richtung gemeinsam zu tragen.
4. Anwendungsgebiete
Aufgrund ihrer Fähigkeit, hohe Drehzahlen bei gleichzeitig axialer Führung zu leisten, finden sie Verwendung in:
- Getrieben und Elektromotoren.
- Pumpen und Kompressoren.
- Werkzeugmaschinen (als Spindellager für höchste Präzision).
- Radlagern von Kraftfahrzeugen.
5. Montagehinweise
Die korrekte Montage ist entscheidend für die Lebensdauer:
- Vorspannung: Schrägkugellager müssen oft unter einer gewissen Vorspannung eingebaut werden, um ein Gleiten der Kugeln zu verhindern und die Steifigkeit zu erhöhen.
- Wärmeeinbau: Häufig werden die Lager für eine leichtere Montage auf der Welle auf maximal 110 °C angewärmt
