Sonderriemen
Sonderriemen bieten durch maßgeschneiderte Materialien und Geometrien maximale Zuverlässigkeit unter extremsten Belastungen wie Hitze, Chemikalien oder hohen Drehmomenten.
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Unter dem Begriff Sonderriemen (oder Spezialriemen) versteht man Antriebs- oder Transportelemente, die durch Modifikationen an Material, Form oder Oberfläche für spezifische industrielle Anforderungen angepasst wurden. Während Standardriemen (wie klassische Keil- oder Zahnriemen) für allgemeine Kraftübertragungen ausgelegt sind, lösen Sonderriemen komplexe Aufgaben in der Fördertechnik, Verpackungsindustrie oder im Maschinenbau.
1. Arten von Sonderriemen
Sonderriemen basieren meist auf bekannten Grundformen, werden aber funktional erweitert:
- Beschichtete Riemen: Auf den Riemenrücken werden zusätzliche Schichten (z. B. Linatex, Polyurethan, Silikon oder Schwammgummi) aufgebracht. Dies verändert die Reibung, schützt empfindliche Güter oder ermöglicht den Transport bei extremen Temperaturen.
- Riemen mit Mitnehmern: Auf den Riemenrücken werden Profile oder Nocken (Mitnehmer) aufgeschweißt oder aufgeschraubt. Diese dienen zum Takten, Positionieren oder Mitnehmen von Produkten in Steigungen.
- Vakuumbänder: Diese Riemen sind gelocht, um durch Unterdruck flache Güter (wie Papier oder Folien) während des Transports festzuhalten.
- Selbstführende Riemen: Zahnriemen mit einem integrierten Mittelsteg (Spurleiste), die ein seitliches Ablaufen von der Scheibe verhindern, ohne dass Bordscheiben nötig sind.
- Sonderprofile: Dazu gehören Rundriemen mit speziellen Durchmessern (2 bis 20 mm) oder Keilprofile wie Spitz- und U-Profile für den Transport von Rohren oder Flaschen.
2. Typische Modifikationen
- Gewebebeschichtungen - Reduzierung von Reibung und Geräuschen (PAZ/PAR-Gewebe).
- Mechanische Bearbeitung - Einfräsen von Längs- oder Quernuten für spezifische Greifaufgaben.
- Spezial Zugkörper - Verwendung von Kevlar, Carbon oder Edelstahl für extreme Zugfestigkeit oder Korrosionsbeständigkeit.
- Antistatische Ausführung - Verhinderung elektrischer Aufladung in explosionsgeschützten Bereichen.
3. Einsatzbereiche
Sonderriemen finden sich überall dort, wo Standardlösungen versagen:
- Lebensmittelindustrie: Riemen mit FDA-Zulassung, die leicht zu reinigen und resistent gegen Fette sind.
- Verpackungsmaschinen: Abzugsriemen mit hoher Griffigkeit für Folien.
- Automobilindustrie: Spezielle Keilrippenriemen (Micro-V) für kompakte Nebenantriebe.
- Holzverarbeitung: Mitnehmerriemen für den Transport von Brettern in Sägewerken.
4. Wartung und Auswahl
Da Sonderriemen oft teure Spezialanfertigungen sind, ist die korrekte Vorspannung und Ausrichtung entscheidend, um vorzeitigen Verschleiß (wie Risse oder Zahnausfall) zu vermeiden. Bei der Auswahl sollte auf Faktoren wie chemische Beständigkeit, Temperatureinsatzbereich und die benötigte Oberflächenhaftung geachtet werden.
