Gleitlager

Gleitlager bestechen durch ihre extreme Langlebigkeit und Robustheit, da sie dank ihrer einfachen Bauweise unempfindlich gegenüber Schmutz, Stößen sowie extremen Temperaturen sind. Zudem ermöglichen sie einen nahezu geräuschlosen Lauf und sind durch ihre kompakte Form ideal für Anwendungen mit minimalem Bauraum geeignet.

Kategorien

* inkl. ges. MwSt. zzgl. Versandkosten

Ein Gleitlager ist ein Maschinenelement, bei dem sich zwei Bauteile – meist eine Welle und eine Lagerschale – direkt aneinander vorbeibewegen. Im Gegensatz zu Wälzlagern werden keine rollenden Körper (wie Kugeln) verwendet; die Kraftübertragung erfolgt stattdessen durch Gleitbewegungen. 

1. Funktionsprinzip und Schmierungsarten
Die Funktionsweise wird maßgeblich durch das Schmierprinzip bestimmt:
  • Hydrostatische Gleitlager: Ein Schmierstoff (Öl oder Gas) wird mit externem Druck in den Lagerspalt gepresst. Dadurch werden die Gleitflächen bereits im Stillstand voneinander getrennt, was einen reibungsarmen Anlauf ermöglicht.
  • Hydrodynamische Gleitlager: Der Schmierfilm baut sich erst durch die Eigenbewegung der Welle auf. Ab einer gewissen Drehzahl entsteht ein "Schmierkeil", der die Welle anhebt und Metallkontakt verhindert.
  • Trockenlaufende Gleitlager: Diese benötigen keinen externen Schmierstoff. Sie bestehen oft aus selbstschmierenden Materialien wie speziellen Kunststoffen (z.B. iglidur von igus) oder Verbundwerkstoffen.

2. Bauformen und Bauarten
Je nach Richtung der einwirkenden Kräfte unterscheidet man:
  • Radiallager: Zur Aufnahme von Kräften quer zur Wellenachse (z.B. zylindrische Buchsen).
  • Axiallager: Zur Aufnahme von Kräften in Richtung der Wellenachse (z.B. Anlaufscheiben).
  • Bundbuchsen: Kombinieren die Aufnahme von radialen und axialen Lasten in einem Bauteil.

3. Vor- und Nachteile
Gleitlager werden oft bevorzugt, wenn spezifische Eigenschaften gefragt sind:

Vorteile:

  • Kompakte Bauweise und geringer Platzbedarf.
  • Hohe Tragfähigkeit bei Schockbelastungen.
  • Geräuscharm und schwingungsdämpfend.
  • Unempfindlich gegen Schmutz (bei Trockenlauf)


Nachteile:

  • Hoher Verschleiß bei niedrigen Drehzahlen (Mischreibung).
  • Höheres Anlaufmoment im Vergleich zu Wälzlagern.
  • Empfindlich gegen Schmierstoffmangel (bei geschmierten Typen).


4. Anwendungsgebiete

Aufgrund ihrer Robustheit und Vielseitigkeit finden sie Verwendung in:
  • Automobilindustrie: Kurbelwellen- und Pleuellager in Verbrennungsmotoren.
  • Schwerindustrie: Turbinen, Generatoren und große Schiffsmotoren.
  • Haushaltsgeräte: Kleine Elektromotoren in Mixern oder Lüftern.
  • Medizintechnik: In Geräten, die schmiermittelfreie und sterile Umgebungen erfordern.
Wir bieten ein breites Spektrum an standardisierten und maßgeschneiderten Lösungen für diese Einsatzbereiche an.