Klassische Keilriemen

Klassische Keilriemen bieten durch ihre keilförmige Konstruktion eine hohe Reibung, was eine exzellente und schlupfarme Kraftübertragung auf Nebenaggregate in Maschinen und Fahrzeugen ermöglicht.

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Ein klassischer Keilriemen ist ein elastisches, endloses Antriebselement mit einem trapezförmigen Querschnitt. Er dient der Kraftübertragung in Riemengetrieben und ist seit Jahrzehnten ein bewährtes Bauteil in der Industrie, dem Handwerk und im Fahrzeugbau. 

1. Funktionsprinzip
Die Besonderheit des Keilriemens liegt in seiner Keilform. Durch den trapezförmigen Querschnitt verkeilt sich der Riemen in der V-Nut der Riemenscheibe. 
  • Kraftübertragung: Die Kraft wird ausschließlich über die Seitenflanken übertragen, nicht über den Riemengrund.
  • Reibschluss: Durch den Keileffekt entsteht eine hohe Reibungskraft, die eine schlupfarme Übertragung großer Drehmomente ermöglicht.
  • Schutzfunktion: Bei plötzlicher Überlast kann der Riemen auf der Scheibe durchrutschen und so Motor oder Lager vor Schäden schützen.

2. Aufbau und Materialien
Moderne klassische Keilriemen bestehen aus mehreren Schichten, um Flexibilität und Zugfestigkeit zu kombinieren: 
  • Kern/Unterbau: Meist aus einer Gummimischung (Polyurethan oder Neopren), die Druckkräften standhält.
  • Zugstrang: Eingebettete Fasern aus Polyester oder Aramid nehmen die Zugkräfte auf und minimieren die Dehnung.
  • Ummantelung: Ein abriebfestes Gewebe schützt den Kern vor äußeren Einflüssen wie Öl oder Hitze.

3. Normen und Bezeichnungen
Klassische Keilriemen sind nach DIN 2215 und ISO 4184 genormt. Die Profile werden mit Buchstaben (und zugehörigen Millimeter-Angaben für die obere Breite) gekennzeichnet: 

  • Z / 10 - Obere Breite 10 mm
  • A / 13 - Obere Breite 13 mm
  • B / 17 - Obere Breite 17 mm
  • C / 22 - Obere Breite 22 mm
  • D / 32 - Obere Breite 32 mm
  • E / 40 - Obere Breite 40 mm
Bei der Bestellung wird meist die Innenlänge (Li) in Millimetern angegeben (z. B. "A 13 x 1000 Li"), wobei heute oft auch die Richtlänge (Ld/Lw) zur genaueren Messung ergänzt wird. 

4. Vorteile klassischer Keilriemen
  • Dämpfung: Sie absorbieren Stöße und Vibrationen während des Betriebs.
  • Wartungsarm: Bei korrektem Einbau und Spannung sind sie sehr langlebig und verursachen geringe Kosten.
  • Vielseitigkeit: Sie eignen sich für einfache Antriebe ebenso wie für komplexe Mehrfachantriebe (z. B. Kraftbänder).
Wichtiger Hinweis: Nur weil ein Riemen "Zähne" hat, ist es kein Zahnriemen. Flankenoffene, gezahnte Keilriemen nutzen die Zahnung lediglich, um die Flexibilität für kleinere Scheibendurchmesser zu erhöhen, übertragen die Kraft aber weiterhin über die Flanken.