Wellenböcke

Wellenböcke ermöglichen eine präzise und stabile Fixierung von Führungswellen, indem sie auftretende Kräfte sicher in die Anschlusskonstruktion ableiten und so unerwünschte Durchbiegungen minimieren.

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Wellenböcke sind kleine, aber entscheidende Komponenten in der Lineartechnik. Man kann sie sich als die „Halterungen“ vorstellen, die dafür sorgen, dass eine Präzisionswelle genau dort bleibt, wo sie hingehört, und sich unter Last nicht verformt oder verrutscht.

1. Was ist ein Wellenbock?
Ein Wellenbock (oft auch Wellenunterstützung oder Wellenhalter genannt) ist ein mechanisches Bauteil zur Fixierung und Unterstützung von Rundwellen. Während die Welle als Fahrweg für Linearkugellager dient, übernimmt der Wellenbock die statische Aufgabe: Er verbindet die Welle fest mit der Gehäusekonstruktion oder dem Maschinentisch.

2. Die zwei Hauptkategorien
Je nachdem, wie die Welle belastet wird und wie lang sie ist, unterscheidet man zwei Grundtypen:

A. Wellenendunterstützungen (Endböcke)
Diese sitzen – wie der Name sagt – nur an den beiden Enden der Welle.
  • Funktion: Sie klemmen die Welle fest. Die Welle „schwebt“ dazwischen frei.
  • Vorteil: Man kann geschlossene Linearlager verwenden, die die Welle komplett umschließen.
  • Nachteil: Bei langen Wegen oder hohen Lasten biegt sich die Welle in der Mitte durch. Das begrenzt die Präzision und die mögliche Länge.

B. Wellenunterstützungsschienen (Durchgehende Unterstützung)
Hier liegt die Welle auf ihrer gesamten Länge auf einer Schiene auf.
  • Funktion: Die Schiene wird mit dem Untergrund verschraubt und verhindert jegliches Durchbiegen.
  • Besonderheit: Man muss hier offene Linearlager verwenden (Lager mit einer Aussparung an der Unterseite), damit der Wagen an der Unterstützung vorbeifahren kann.
  • Einsatz: Ideal für schwere Lasten und sehr lange Verfahrwege


3. Materialien und Bauweise
Wellenböcke müssen stabil und verwindungssteif sein. 
  • Aluminium: Die meisten Standard-Wellenböcke bestehen aus hochfestem Aluminium. Das ist leicht, korrosionsbeständig und lässt sich präzise bearbeiten.
  • Stahl: Für extreme Belastungen oder Umgebungen mit hohen Temperaturen gibt es Varianten aus Stahl oder Edelstahl.
  • Klemmmechanismus: Hochwertige Wellenböcke haben meist eine Schlitzklemmung. Durch Anziehen einer Schraube wird die Bohrung des Bocks verengt, sodass die Welle absolut spielfrei und materialschonend fixiert wird.

4. Warum braucht man sie überhaupt?
Ohne eine korrekte Befestigung durch Wellenböcke würde ein Linearsystem schnell versagen:
  • Ausrichtung: Sie garantieren, dass zwei parallel laufende Wellen auch wirklich exakt parallel bleiben.
  • Stabilität: Sie fangen radiale und axiale Kräfte ab.
  • Vibrationsdämpfung: Durch die feste Anbindung an den Maschinenrahmen werden Schwingungen der Welle minimiert.

5. Wichtige Auswahlkriterien
Wenn du Wellenböcke für ein Projekt planst, achte auf diese drei Punkte:
  • Wellen-Durchmesser: Der Bock muss exakt auf den Nenndurchmesser der Welle (z. B. 12mm, 20mm, 30mm) abgestimmt sein.
  • Bauhöhe (H): In der Lineartechnik ist das Maß von der Auflagefläche bis zur Wellenmitte entscheidend, damit die Wagen später plan auf der Montageplatte aufliegen.
  • Lochabstände: Prüfe, ob die Bohrungen zur Befestigung auf deinem Profil oder deiner Grundplatte passen.