Spannsätze

Spannsätze ermöglichen als kraftschlüssige Verbindungen eine spielfreie und hochbelastbare Drehmomentübertragung zwischen Welle und Nabe, selbst bei stoßartigen Belastungen.

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Spannsätze sind mechanische Maschinenelemente in der Antriebstechnik, die eine kraftschlüssige (reibschlüssige) Verbindung zwischen einer Welle und einer Nabe (z. B. einem Zahnrad oder einer Riemenscheibe) herstellen. Im Gegensatz zu formschlüssigen Verbindungen wie Passfedern übertragen sie Drehmomente und Axialkräfte spielfrei über die gesamte Kontaktfläche. 

1. Funktionsprinzip
Das Grundprinzip basiert auf der Keilwirkung: 
  • Der Spannsatz besteht meist aus einem inneren und einem äußeren Ring mit konischen (kegelförmigen) Funktionsflächen.
  • Durch das Anziehen von integrierten Spannschrauben werden diese konischen Ringe axial gegeneinander verschoben.
  • Die Axialkraft wird in Radialkräfte umgewandelt: Der Außenring dehnt sich gegen die Nabenbohrung aus, während der Innenring auf die Welle gepresst wird.
  • Die entstehende Flächenpressung sorgt für einen sicheren Reibschluss, der Drehmomente und Axialkräfte überträgt.

2. Vorteile gegenüber Passfeder-Verbindungen
Spannsätze bieten technische Vorzüge, die sie für moderne Hochleistungsantriebe prädestinieren: 
  • Spielfreiheit: Eliminierung von Spiel, was besonders bei Reversierbetrieben (Richtungsumkehr) wichtig ist.
  • Keine Kerbwirkung: Da keine Nut in der Welle benötigt wird, bleibt der Wellenquerschnitt stabil, was die Dauerfestigkeit erhöht.
  • Einfache Positionierung: Naben können auf der Welle stufenlos in axialer und radialer Richtung (Winkelstellung) ausgerichtet werden.
  • Verschleißfreiheit: Da keine Bauteile aneinander reiben oder ausschlagen können, sind sie nahezu wartungsfrei.

3. Bauarten und Varianten
Je nach Anforderung gibt es verschiedene Ausführungen: 
  • Selbstzentrierende Spannsätze: Sie richten die Nabe automatisch konzentrisch zur Welle aus und sorgen für exzellente Rundlaufeigenschaften.
  • Nicht selbstzentrierende Spannsätze: Erfordern eine zusätzliche Führung der Nabe auf der Welle durch einen Zentrieransatz.
  • Starre Spannsätze: Besitzen oft nur eine oder zwei Kegelflächen und können besonders hohe Biegemomente übertragen.
  • Korrosionsgeschützte Modelle: Für Anwendungen in der Lebensmittelindustrie oder chemischen Industrie oft aus Edelstahl gefertigt


4. Montagehinweise
Für eine sichere Funktion ist die korrekte Montage entscheidend: 
  • Reinigung: Welle und Nabenbohrung müssen absolut sauber und leicht geölt sein (kein Fett mit Molybdändisulfid verwenden).
  • Einsetzen: Spannsatz lose zwischen Welle und Nabe einschieben.
  • Anziehen: Die Spannschrauben müssen über Kreuz und in mehreren Stufen mit einem Drehmomentschlüssel auf das spezifizierte Anzugsmoment angezogen werden.
  • Kontrolle: Zum Abschluss alle Schrauben nacheinander (im Kreis) prüfen, bis sich keine Schraube mehr unter dem vorgegebenen Drehmoment dreht.

5. Abgrenzung zur Schrumpfscheibe
Während ein Spannsatz als Innenspannverbindung zwischen Welle und Nabe liegt, wird eine Schrumpfscheibe als Außenspannverbindung auf die Nabe (z. B. eine Hohlwelle) gesetzt und presst diese auf die Welle.