Gehäuselager

Gehäuselager überzeugen durch ihre einfache Montage auf unvorbereiteten Wellenstrukturen und gleichen dank ihrer sphärischen Außenringe statische Fluchtungsfehler eigenständig aus.

Kategorien

* inkl. ges. MwSt. zzgl. Versandkosten

Gehäuselager sind einbaufertige Baueinheiten, die eine effiziente und flexible Lagerung von Wellen ermöglichen. Sie bestehen im Wesentlichen aus einem Gehäuse und einem darin montierten Lager (meist einem Spannlager auf Basis eines Rillenkugellagers). 

1. Aufbau und Funktionsweise
Das Herzstück eines Gehäuselagers ist das Spannlager. Es besitzt einen balligen (bombierten) Außenring, der in einer entsprechend hohlkugeligen Bohrung im Gehäuse sitzt. 
  • Winkeleinstellbarkeit: Durch diese Konstruktion können die Lager Fluchtungsfehler der Welle um einige Grad ausgleichen.
  • Abdichtung: Die Lagereinsätze sind in der Regel beidseitig abgedichtet, um das Eindringen von Schmutz zu verhindern und den Schmierstoff im Inneren zu halten.
  • Wartung: Viele Gehäuse verfügen über einen Schmiernippel, über den das Lager bei Bedarf nachgeschmiert werden kann.

2. Gängige Bauformen
Die Bezeichnung des Gehäuselagers richtet sich meist nach der Form seines Gehäuses: 
  • Stehlager (Pillow Block): Die Befestigungsfläche verläuft parallel zur Wellenachse. Sie werden oft auf ebenen Flächen verschraubt.
  • Flanschlager: Diese werden senkrecht zur Wellenachse an Maschinenseitenwänden montiert. Es gibt sie als Zwei-, Drei- oder Vierlochausführung.
  • Spanngehäuselager: Diese werden in Spannrahmen eingesetzt, um die Welle (z. B. bei Förderbändern) nachzuspannen.

3. Materialien und Einsatzgebiete
Je nach Umgebungsbedingung werden unterschiedliche Gehäusematerialien verwendet:
  • Grauguss: Der Standard für robuste Anwendungen mit guter Vibrationsdämpfung.
  • Stahlblech: Für leichte Lasten und kompakte Bauräume.
  • Edelstahl & Kunststoff: Ideal für die Lebensmittelindustrie oder korrosive Umgebungen, da sie chemisch beständig und leicht zu reinigen sind.

4. Befestigungsarten auf der Welle
Damit das Lager sicher auf der Welle sitzt, gibt es verschiedene Fixierungsmethoden: 
  • Gewindestifte (Madenschrauben): Einfache Fixierung direkt auf der Welle.
  • Exzenterring: Ein Ring wird auf dem verlängerten Innenring des Lagers durch Verdrehen verspannt.
  • Spannhülse: Ermöglicht eine sehr feste, zentrische Verbindung auf glatten Wellen.

5. Vorteile auf einen Blick
  • Montagefreundlichkeit: Da sie einbaufertig geliefert werden, reduziert sich der Montageaufwand erheblich.
  • Toleranz: Sie verzeihen kleinere Ungenauigkeiten bei der Ausrichtung der Maschine.
  • Vielseitigkeit: Einsatz in Förderanlagen, Landmaschinen, Ventilatoren und der Lebensmitteltechnik.