Rillenkugellager

Rillenkugellager bestechen durch ihre enorme Vielseitigkeit, da sie sowohl hohe Drehzahlen als auch radiale und axiale Kräfte bei minimaler Reibung effizient aufnehmen.

Kategorien

* inkl. ges. MwSt. zzgl. Versandkosten

Das Rillenkugellager ist die am häufigsten verwendete Form des Wälzlagers. Sein einfacher Aufbau, die Vielseitigkeit und die Eignung für sehr hohe Drehzahlen machen es zu einem unverzichtbaren Element im Maschinenbau. 

Aufbau und Funktion
Ein klassisches einreihiges Rillenkugellager besteht aus vier Hauptkomponenten: 
  • Außenring: Besitzt eine präzise eingeschliffene Laufrille an der Innenseite.
  • Innenring: Besitzt eine entsprechende Laufrille an der Außenseite.
  • Wälzkörper (Kugeln): Rollen in den Rillen von Innen- und Außenring.
  • Käfig: Hält die Kugeln auf Abstand und verhindert deren gegenseitige Berührung.
Durch den Punktkontakt der Kugeln auf den Laufbahnen ist der Reibungswiderstand sehr gering, was hohe Geschwindigkeiten ermöglicht. 

Belastbarkeit
Rillenkugellager sind primär für radiale Belastungen ausgelegt (Kräfte senkrecht zur Welle). Sie können jedoch auch axiale Belastungen in beide Richtungen aufnehmen, sofern diese nicht zu hoch sind. Im Vergleich zu Rollenlagern ist ihre radiale Belastungsgrenze aufgrund des Punktkontakts jedoch niedriger. 

Wichtige Varianten und Merkmale

Abdichtung:

  • Offene Lager: Für Anwendungen mit externer Schmierung (Ölbad).
  • Z-Scheiben (Deckscheiben): Berührungslose Blechscheiben (z. B. "2Z"), schützen vor grobem Schmutz.
  • RS-Dichtungen (Dichtscheiben): Berührende Gummidichtungen (z. B. "2RS"), bieten optimalen Schutz gegen Staub und Feuchtigkeit.

Lagerspiel (C-Klassen): Die Lagerluft gibt an, wie weit sich die Ringe gegeneinander verschieben lassen. 

  • C3 ist eine häufige Kennzeichnung für Lager mit erhöhter Lagerluft, die sich bei Erwärmung im Betrieb ausgleicht.

Reihenanzahl: Neben einreihigen gibt es auch zweireihige Rillenkugellager für höhere Lasten.


Typische Anwendungen
Sie finden sich in fast allen rotierenden Geräten: 
  • Elektromotoren und Haushaltsgeräte (z. B. Waschmaschinen).
  • Automobilindustrie (Getriebe, Radlager).
  • Automatisierungstechnik und Förderanlagen.

Kennzeichnung (Beispiel)
Die Bezeichnung erfolgt nach DIN 623. Eine typische Nummer wie "6204-2RS" lässt sich entschlüsseln: 
  • 6: Lagertyp (einreihiges Rillenkugellager).
  • 2: Maßreihe (Breite/Außendurchmesser).
  • 04: Bohrungskennzahl (mal 5 ergibt 20 mm Innendurchmesser).
  • 2RS: Beidseitig abgedichtet.