Sicherungsringe
Sicherungsringe fixieren Bauteile wie Lager oder Bolzen kraftschlüssig auf Wellen oder in Bohrungen und verhindern so zuverlässig deren axiale Verschiebung. Durch ihre Montage in passgenauen Nuten ermöglichen sie eine platzsparende, lösbare Verbindung, die hohen Flieh- und Axialkräften standhält.
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Ein Sicherungsring (oft auch Seeger-Ring genannt) ist ein genormtes, federndes Verbindungselement im Maschinenbau, das dazu dient, Bauteile (wie Wälzlager oder Zahnräder) auf Wellen oder in Bohrungen gegen axiales Verschieben zu sichern.
1. Funktionsweise und Aufbau
Der Sicherungsring wird unter Vorspannung in eine dafür vorgesehene Nut eingesetzt. Ein Teil des Rings ragt aus dieser Nut heraus und bildet eine belastbare Schulter, die als axialer Anschlag für das zu sichernde Bauteil fungiert.
2. Die wichtigsten Arten
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Haupttypen, die jeweils unterschiedliche Normen erfüllen:
Sicherungsringe für Wellen (DIN 471):
- Montage: Werden von außen auf eine Welle geschoben.
- Merkmal: Die Montagebohrungen zeigen nach außen, da der Ring zum Aufsetzen gespreizt werden muss.
Sicherungsringe für Bohrungen (DIN 472):
- Montage: Werden von innen in eine Gehäusebohrung eingesetzt.
- Merkmal: Die Montagebohrungen zeigen nach innen, da der Ring zum Einsetzen zusammengedrückt wird.
3. Montage und Werkzeuge
Für eine fachgerechte Installation ist eine spezielle Sicherungsringzange (Seegerringzange) erforderlich.
- Zangentypen: Es gibt gerade und abgewinkelte Spitzen (45° oder 90°) für schwer zugängliche Stellen.
- Wichtiger Hinweis: Ringe dürfen bei der Montage nur so weit wie nötig geöffnet oder zusammengedrückt werden (max. 1 % über das Wellenmaß hinaus gemäß DIN 471), um plastische Verformungen zu vermeiden.
4. Materialien und Belastbarkeit
- Werkstoff: Standardmäßig werden sie aus Federstahl (z. B. C75S) gefertigt, für korrosive Umgebungen gibt es Varianten aus Edelstahl.
- Grenzen: Sicherungsringe sind primär als axiale Fixierung gedacht und nicht für die Aufnahme extrem hoher axialer Stoßkräfte ausgelegt. Bei sehr hohen Vibrationen oder Belastungen kann es zu einem Versagen des Rings kommen.
5. Sonderformen
Neben den klassischen DIN-Ringen existieren weitere Varianten für spezielle Anwendungsfälle:
- Sprengringe: Einfachere Ausführung aus Runddraht ohne Montagebohrungen.
- Sicherungsscheiben (E-Clips): Werden radial auf Wellen aufgesteckt (oft bei kleinen Durchmessern wie bei Elektrowerkzeugen oder Motorsägen).
- Lamellenringe: Bieten eine 360°-Abdeckung ohne Lücke und können oft ohne Spezialwerkzeug montiert werden.
