Kettentrenner
Kettentrenner ermöglichen durch präzise Druckbolzen ein müheloses und sauberes Austreiben von Kettennieten, ohne das umliegende Material zu beschädigen.
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Ein Kettentrenner (oft auch Kettennieter genannt) ist ein spezialisiertes Werkzeug, das zum Trennen, Kürzen und Wiederverbinden von Antriebsketten (z. B. an Fahrrädern, Motorrädern oder Industriemaschinen) verwendet wird.
Hier ist eine ausführliche Beschreibung der Funktionsweise, der Typen und der Anwendung:
1. Funktion und Aufbau
Ein Kettentrenner ist so konstruiert, dass er einen Kettenbolzen (den Verbindungsstift zwischen den Kettengliedern) kontrolliert aus den Laschen herausdrückt.
- Gehäuse/Körper: Hält die Kette in einer präzisen Position.
- Druckbolzen/Treibbolzen: Ein gehärteter Stahlstift, der durch Drehen einer Spindel auf den Kettenbolzen trifft.
- Spindel mit Griff: Erzeugt die nötige Hebelkraft, um den fest sitzenden Bolzen herauszupressen.
- Gegenhalter: Stützt die Kettenlasche ab, damit sie sich beim Ausdrücken nicht verbiegt.
2. Einsatzbereiche und Typen
Je nach Anwendung unterscheiden sich die Werkzeuge in Größe und Robustheit:
- Fahrrad-Kettennieter: Kompakte Werkzeuge für Werkstatt oder für unterwegs. Moderne Versionen sind auf spezifische Schaltungen optimiert.
- Motorrad-Kettentrenner: Massivere Werkzeuge, da Motorradketten oft vernietet sind und höhere Kräfte erfordern.
- Industrie-Kettentrenner: Stationäre oder sehr robuste Handgeräte für Rollen- oder Flyerketten in Förderanlagen oder Landmaschinen.
3. Anwendung: Schritt-für-Schritt
- Positionierung: Die Kette wird so in das Werkzeug eingelegt, dass der Druckbolzen exakt mittig auf dem Kettenbolzen ansetzt.
- Fixierung: Viele Modelle verfügen über eine Klemmspindel, um die Kette stabil zu halten.
- Herausdrücken: Durch Drehen des Griffs wird der Bolzen durch die Lasche gepresst. - Tipp: Beim Kürzen wird der Bolzen komplett entfernt. Will man die Kette später ohne neues Schloss wieder schließen, darf der Bolzen bei manchen Ketten nur fast ganz herausgedrückt werden, sodass er in der äußeren Lasche hängen bleibt.
- Vernetzen (optional): Zum Schließen wird ein neuer Nietstift oder der alte Bolzen mithilfe des Werkzeugs wieder eingepresst.
4. Wichtige Hinweise
- Verschleiß: Der Treibbolzen des Werkzeugs kann abbrechen oder sich abnutzen. Hochwertige Modelle bieten Ersatzbolzen zum Tauschen an.
- Kompatibilität: Achten Sie auf die Kettenteilung (z. B. 1/2" oder 3/4"), damit das Werkzeug zur Kettenbreite passt.
- Kettenschlösser: Viele moderne Fahrradketten werden heute bevorzugt mit einem Kettenschloss (Missing Link) statt durch Vernieten verschlossen, was das Werkzeug dennoch zum Kürzen der neuen Kette nötig macht.
